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mm_ebooks_02_2017

43 missio 2/2017 | MISSIO FURCHTLOS Weitere Informationen unter: www.missio-furchtlos.de GROSSE TRAUER: Die philip- pinische Menschenrechtlerin Lory Obal ist im Alter von nur 53 Jahren an den Fol- gen einer schweren Krebserkrankung ge- storben. Wie kaum eine andere hatte sie sich furchtlos und oft unter Lebensgefahr eingesetzt für die Rechte und Belange der Menschen in ihrer Heimat, der phi- lippinischen Insel Mindanao. Die Gene- ralsekretärin des Netzwerks Interkultu- reller Organisationen für Solidarität und Frieden (ICON-SP) war missio München seit langen Jahren eng verbunden. Aufgeben kam niemals in Frage Lory Obals Engagement begann vor mehr als 30 Jahren: 1981 gewann der heutige Erzbischof Orlando Kardinal Quevedo die damals 18-jährige Religionspädagogin als Jugend- und Gemeindereferentin für eine große Pfarrei seiner Diözese Kida- pawan. Drei Jahre später übernahm sie dort – im Zentrum der Insel Mindanao, wo das gewaltige Tampakan-Kupfer-und Goldbergbauprojekt die Lebensgrund- lage von Zehntausenden Menschen be- droht – die Verantwortung für das katho- lische Programm für die indigene Bevöl- kerung. Seitdem befand sie sich mitten im Konflikt um Land und Rohstoffe. Ihre Gegner waren mächtig und einflussreich – doch aufgeben kam für Lory Obal nie- mals in Frage. Immer wieder griffen Regierungstruppen oder Milizen die Ureinwohner und ihre Unterstützer an, vertrieben oder töteten sie, um ihr Land zu annektieren. Mitarbei- ter der katholischen Kirche, die sich für die Ureinwohner einsetzten, wurden er- mordet – darunter auch enge Freunde und Kollegen Obals. Doch die Menschenrecht- lerin wollte sich nicht unterkriegen lassen, organisierte Demonstrationen und Wider- standsaktionen gegen das Minen-Projekt. Sie habe keine Angst um ihr Leben, be- tonte sie in Gesprächen immerwieder. Sie werde stets von einem Gefühl der Hoff- nung und der Kraft Gottes begleitet. Furchtlos für die Menschenrechte 28 Jahre lang war Obal Mitarbeiterin des Bistums Kidapawan, bevor sie für meh- rere Nichtregierungsorganisationen im Bereich Gerechtigkeit, Frieden, Umwelt- schutz und Menschenrechte arbeitete. Im Jahr 2009 gründete sie das Netzwerk ICON-SP und arbeitete als dessen Ge- schäftsführerin. Sie führte die Umwelt- bewegung CMEM und war General- sekretärin der Allianz für authentische Entwicklung (AGENDA). Beide Organi- sationen sind Mitglieder des Netzwerks ICON-SP. 2001 und 2007 war Lory Obal als lang- jährige missio-Projektpartnerin Gastre- ferentin bei diversen Veranstaltungen in Deutschland und 2013 zu Vorträgen, Hin- tergrundgesprächen, Kontakten mit Diö- zesen, Hilfswerken und Politikern in Brüssel, Amsterdam, Wien und diversen deutschen Städten und Gemeinden un- terwegs. Im Jahr 2014 wurde sie für ihre Arbeit mit dem Shalom-Menschenrechts- preis der Katholischen Universität Eich- stätt/Ingolstadt ausgezeichnet. Wegen ihrer Krebserkrankung musste Lory Obal ihre Teilnahme an den missio- Aktionen rund um den Weltmissions- sonntag mit dem Schwerpunktland Phi- lippinen im vergangenen Oktober absa- gen. Am Vormittag des 10. Januar 2017 hat die 53-Jährige schließlich ihren Kampf ge- gen die schwere Krankheit verloren. Sie starb zu Hause, im Kreis ihrer Familie, wie ihr enger Vertrauter und ICON-SP-Mit- begründer Pater Peter Geremia mitteilte: „Wir werden sie nie vergessen, ihr Enga- gement wird uns für immer inspirieren.“ A ANTJE PÖHNER Ein großer Verlust Unermüdlich setzte sich Lory Obal für Frieden und Menschenrechte auf der philippinischen Insel Mindanao ein. Ihren letzten Kampf musste sie verloren geben: Im Januar 2017 starb sie nach langer Krankheit.

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